Es wäre ein Leichtes, das Jahr 2014 als eine Ansammlung von grausamen Entscheidungen, Unglücken und Verbrechen zu bilanzieren.
Es wäre ein Leichtes, die vergangenen 365 Tage als ein unsägliches innenpolitisches und außenpolitisches Gezerre zu erinnern.

Aber bei allem Leid und aller Not, die dieses 2014 in die Welt gebracht hat, kann doch nur eine Schlussfolgerung am Ende stehen: Was leben wir doch in einem beschützten, prosperierenden Land, um dessen Probleme sich Menschen in aller Welt reißen würden, weil sie ganz andere Sorgen haben.

Eine solche positive Bilanz ist ebenso richtig wie gefährlich. Sie verführt zu Trägheit, vielleicht sogar zu Hochmut, als wären wir einfach besser und gescheiter oder fleißiger als andere. Wir haben in Alpen und vielleicht auch bald im Kreis Wesel sicherlich, denken wir nur an die wirtschaftliche Entwicklung, vieles besser gemacht als andere Kommunen. Aber das ist zu einem Teil auch glücklichen Umständen geschuldet. Diese Umstände sind jedoch variabel und nur sehr bedingt von der Alpener Politik und Wirtschaft beeinflussbar. Nahezu jede internationale Krise kann auch auf unsere Gemeinde und unseren Kreis durchschlagen - mit unberechenbaren Folgen. Dafür kann man sich rüsten - durch eine kluge, vorausschauende Politik, aber vor allem auch durch die stete Ermahnung, sich nicht auf den Lorbeeren des Jahres 2014 auszuruhen, sondern mit aller Tatkraft das neue Jahr anzugehen.

Die Voraussetzungen dafür sind gut. Wir haben ein stabiles Wirtschaftswachstum, ein bewährtes politisches System und eine verlässliche Verwaltung (Ausnahmen bestätigen die Regel). Wir müssen aber darum kämpfen, dass es so bleibt.

Liebe Alpenerinnen und Alpener, ich wünsche Ihnen in diesem Sinne einen guten Start in das Jahr 2015.

Ihr Kreistagsabgeordneter
Günter Helbig


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